Die Sprache Französisch

Die französische Sprache gehört zum romanischen Sprachzweig der indogermanische Sprache. Französisch ist die Nationalsprache in Frankreich. In Kanada existiert eine starke französischsprachige Minderheit von Nachkommen französischer Kolonisten. Im Gegensatz zum Englischen, Spanischen oder Portugiesischen blieb Französisch in den Kolonien Frankreichs aber immer eine Fremdsprache und setzte sich nirgends als Nationalsprache durch. Jedoch dient es in vielen Staaten Afrikas noch immer als interkontinentale Verkehrssprache, offizielle Verwaltungssprache und Sprache der höheren Bildung. Insgesamt verwenden etwa 76 Millionen Menschen Französisch als Primärsprache, weitere 110 Millionen Menschen als Sekundärsprache. Durch seine Verbreitung in den ehemaligen französischen Kolonien und durch sein historisches Ansehen ist Französisch auch heute noch eine der großen Weltsprachen. Seine Rolle als Sprache der Wissenschaft und Diplomatie hat es jedoch inzwischen verloren, und auch als internationale Verkehrssprache ist es nur noch in den direkt französisch beeinflussten Gebieten verwendbar.

Der Ursprung des Französischen ist, wie bei anderen romanischen Sprachen, die lateinische Volkssprache, in diesem Fall die Sprache der römischen Provinz Gallien. Die germanischen Westgoten, Burgunder und Franken, die die Provinz Gallien eroberten, übernahmen die lateinische Volkssprache (lingua vulgaris) der latinisierten Gallier. Während sie dabei selbst nur wenige Wörter ihrer Sprachen einbrachten, veränderten sie jedoch die Aussprache und Grammatik dramatisch, so dass sich das neu entstandene Galloromanische (lingua rustica romana) im 7. Jahrhundert bereits erheblich von der lateinischen Ursprache unterschied.

Stärkeren Einfluss auf den Wortschatz hatten bereits ab dem 6. Jahrhundert die griechischen Mittelmeerkolonien, speziell die bei Marseille und Nizza. Trotzdem ist die Differenzierung verschiedener Dialekte innerhalb des Französischen, die bereits damals begann, eher auf die unterschiedliche germanische Besiedelung und die politische Zersplitterung Frankreichs zurückzuführen.

Das 14. und 15. Jahrhundert war überschattet vom Hundertjährigen Krieg zwischen Frankreich und England, der weite Teile Frankreichs verwüstete. Der Krieg stärkte das französische Nationalbewusstsein und erhöhte die Akzeptanz der Sprache des Königshofes als nationale Standardsprache. Das 16. Jahrhundert war eine wichtige Periode in der Geschichte der französischen Sprache. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, wurde das Französische von der Pléiade, einer Gruppe französischer Dichter, zur Literatursprache erklärt.

Im frühen 17. Jahrhundert bewirkte der Dichter François de Malherbe mit seinen poetischen und kritischen Werken, dass sich im Französischen ein exakter, einheitlicher Wortgebrauch festigen konnte. In der Zeit Ludwigs XIV. (1643-1715) erreichte der Einfluss des Französischen in Europa seinen Höhepunkt: Französisch war als internationale Sprache Europas nicht nur Diplomaten- und Wissenschaftssprache, sondern auch Sprache des gesellschaftlichen Umgangs.

Aufgrund der Kriege mit Italien und später mit Spaniein im 16. bzw. 17. Jahrhunderts beeinflusste sowohl die italienische als auch die spanische Sprache das Französische. Im 17. Jahrhundert hatte sich das Französische im Wesentlichen zu der heute bekannten Form entwickelt. Die französische Sprache, die im 16. und 17. Jahrhundert Latein als Sprache der internationalen Kommunikation in Europa abgelöst hat (insbesondere in seiner Funktion als Diplomatensprache), ist noch heute eine wichtige internationale Verkehrssprache und eine der Arbeitssprachen des Sekretariats der UN (United Nations: Vereinte Nationen).

Phonologisch ist das Französische geprägt durch häufiges Vorkommen von Nasalvokalen und die Eliminierung von Konsonanten am Wortende. Der Akzent ist subjektiv, das d. h. frei variierbar. Die meisten Wörter sind einsilbig, höchstens zweisilbig. Ein Wort besteht häufig aus einem Konsonanten und einem Vokal (offene Silbe). Durch das häufige Vorkommen dieser einfachen Wortstruktur ist Homonymie (Mehrdeutigkeit) ein häufiges Phänomen. Aus diesem Grund wird die Orthographie nicht vereinfacht, und es kommt zu einer starken Divergenz von geschriebener und gesprochener Sprache. In der Morphologie neigt die Sprache zu analytischen Formen. Die Betonung liegt meist auf der letzten Silbe eines Wortes. Das Französische besitzt zwei Genera (Maskulinum und Femininum), drei Tempusformen (Präsens, Imperfekt und Futur) sowie ein kompliziertes Aspekt- und Tempussystem. Die Wortstellung ist in der Regel Subjekt-Prädikat-Objekt (auch im Fragesatz). Das Adjektiv wird dem Substantiv nachgestellt. Der Wortschatz ist ausgesprochen heteregon, er weist viele Lehn- und Erbwörter aus dem Griechischen, dem Lateinischen und neuerdings auch dem Englischen auf.