Die Sprache Englisch

Die englische Sprache ist die Muttersprache der Menschen in Großbritannien, den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika und dient zahlreichen anderen Ländern als Hauptkommunikationsmittel. Englisch wird in weitaus mehr Teilen der Welt gesprochen als jede andere Sprache und ist nach dem Chinesischen die Sprache mit der größten Sprecherzahl. Zugleich ist es die am weitesten verbreitete Zweitsprache bzw. Fremdsprache.

Englisch gehört zur anglofriesischen Sprachen-Gruppe des westlichen Zweiges der germanischen Sprachen, einer Unterfamilie der indogermanischen Sprachen. Am nächsten verwandt ist es wohl mit dem Friesischen, in geringerem Maß auch mit der niederländischen Sprache (Holländisch-Flämisch) und den plattdeutschen Dialekten. Die Ursprungssprache der indogermanischen Sprachen, das Proto-Indogermanische, wurde vermutlich vor circa 5 000 Jahren von Nomaden gesprochen, von denen man annimmt, dass sie über die südosteuropäischen Ebenen zogen.

Englisch hat einen sehr großen Wortschatz. Man schätzt, dass der heutige englische Wortschatz mehr als eine Millionen Wörter umfasst. Dazu gehören Ausdrücke aus dem Slang und den Dialekten sowie Fachbegriffe aus den Naturwissenschaften und der Technik, die häufig erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts verwendet werden. Englisch besteht etwa zur Hälfte aus germanischen (altenglischen und skandinavischen) und zur anderen Hälfte aus romanischen (französischen und lateinischen) Wörtern.

Da die schriftliche Wiedergabe des Englischen phonetisch nicht exakt ist, gilt die englische Rechtschreibung als relativ schwierig. Zum einen hat sich die Schreibweise der Wörter weniger gewandelt als ihr Klang. Zum anderen wandte man verschiedene Rechtschreibkonventionen, die von ausländischen Quellen übernommen wurden, weiterhin an.

Die Entwicklungsgeschichte des Englischen wird gewöhnlich in drei Abschnitte eingeteilt. Das Altenglische, früher Angelsächsisch genannt, reicht von 449 bis 1066 bzw. 1100. Das Mittelenglische datiert man von 1066/1100 bis 1450/1500. Das moderne Englisch (Neuenglisch) setzt man etwa mit 1450/1500 an und untergliedert es in Frühneuenglisch von 1500 bis 1660 und Neuenglisch von circa 1660 bis heute.

Im Hinblick auf die Aussprache wird im heutigen Großbritannien die so genannte Received Pronunciation als Norm angelegt. Dabei handelt es sich um ein normiertes Englisch, das mit einer gesellschaftlichen Schicht statt mit einer Region in Verbindung gebracht wird. Seine Grundlage ist das Englisch der gebildeten Oberschicht, das in den Privatschulen und den älteren Universitäten wie Oxford und Cambridge kultiviert wird (früher als "King’s English", heute als "Standard-English" bezeichnet). Viele Engländer, die in der Kindheit Dialekt sprachen, erwerben in Schule und Universität die Received Pronunciation, was sich heutzutage natürlich auch durch die Medien besonders verstärkt hat.

Außerhalb Großbritanniens kam es durch die Kolonialisierung Nordamerikas zu wichtigen Veränderungen der englischen Sprache. Das Englisch in Kanada kann zum amerikanischen Englisch gerechnet werden, wenn es auch einige Eigenheiten der britischen Aussprache, der Orthographie und des Wortschatzes beibehalten hat. Die charakteristischsten Unterschiede zwischen dem amerikanischen und dem britischen Englisch betreffen die Aussprache und das Vokabular. Daneben bestehen geringe Unterschiede in der Rechtschreibung, der Tonhöhe und der Tonstärke (Betonung). Das geschriebene amerikanische Englisch hat die Tendenz, in Grammatik und Satzbau unbeweglicher zu sein, erscheint aber gleichzeitig toleranter neuen Wortschöpfungen gegenüber. Trotz dieser Unterschiede lässt sich oft nur aus dem Kontext erschließen, ob ein literarisches Werk in Großbritannien, den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, Neuseeland oder Südafrika geschrieben wurde.

Der Einfluss der Massenmedien wird aller Voraussicht nach zu einer größeren Einheitlichkeit führen: zur Nivellierung der Ausspracheunterschiede und zur Vereinheitlichung von Rechtschreibung und Lautung. Obwohl diese Standardisierung kaum zu vermeiden ist, bleibt das einzigartige Charakteristikum der englischen Sprache erhalten, die Tendenz zu wachsen und sich zu wandeln, vor allem durch die wechselseitige Befruchtung mit dem amerikanischen Englisch. Durch die quasi unbegrenzten Kommunikationsmöglichkeiten ist die englische Sprache heute das wichtigste internationale Kommunikationsmittel geworden.